Wann wurden Sie das letzte Mal geimpft?

Wann wurden Sie das letzte Mal geimpft?

Jeder mindestens 30-jährige kann sich aus der Kindheit an die mit großen Kullertränen verbundene Piekserei erinnern. Damals hat man es als unverständliche Quälerei empfunden. Aber die Eltern haben getröstet und bald war es vergessen. Es muß wohl auch geholfen haben, denn die wichtigen Volkskrankheiten wie Polio, Masern, Keuchhusten, Diphterie oder Mumps wurden erfolgreich zurück gedrängt. Masern sollten Ende der siebziger sogar als ausgerottet deklariert werden. In der Zwischenzeit sind alle diese Krankheiten wieder auf dem Vormarsch. Eines Teils haben sich die Erreger angepaßt, andererseits werden immer weniger Kinder geimpft.

(Noch) keine Pflicht

Leider ist das Impfen keine Pflicht, die Eltern können das entscheiden für ihre Kinder. Und immer mehr entscheiden sich dagegen. Sie meinen, die ganzen Allergien und Unverträglichkeiten seien auf die Impfungen im Kindesalter zurückzuführen. Dabei ist gar nichts diesbezüglich nachweisbar, wohl aber der Nutzen einer Impfung. Natürlich hat jeder Eingriff in den Körper, so auch eine Impfung, eine Verletzung zur Folge. Auch können Impfschäden auftreten. Die Impfstoffe sind heute jedoch viel weiter entwickelt, neue Erkenntnisse fließen in die Entwicklung ständig mit ein. Wenn mancher einer Impfung generell skeptisch gegenüber steht, so sollte er auch an die anderen Menschen in unserer Gesellschaft denken. Eine durchgeimpfte Bevölkerung bietet einer angreifenden Krankheit weniger potentielle Ziele und sie kann sich nicht verbreiten.

Besonders bemerkbar macht sich dieser Effekt bei den Grippeimpfungen. Man mag zu ihnen stehen, wie man will, und die Impfung gegen die Schweinegrippe war ja tatsächlich unnötig, aber wenn ein großer Teil der Bevölkerung Antistoffe produziert, kann sich die Grippe nicht weiter ausbreiten. Dennoch sollte jeder Mensch für sich entscheiden, was er in seinen Körper läßt. Die sog. Impfverstärker zum Beispiel sind vielleicht für die Wirkung einer Grippeimpfung nicht unbedingt notwendig. Wenn das so ist, dann sollte man sie sich auch nicht geben lassen.

Pharmaindustrie vorne dabei

Foto:  Adam Gregor (Fotolia.com)

Foto: Adam Gregor (Fotolia.com)

Man macht sich nichts vor: die Pharmaindustrie pusht solche Wirkstoffe, um Produktionszeit und damit Geld zu sparen. Dafür muß man sich aber nicht freiwillig zum Versuchskaninchen machen lassen. Diesmal, bei der Kampagne gegen die Schweinegrippe, war eine gewisse Eile noch irgendwie verständlich. Sie kam schnell um die Welt, keiner wußte was genaues, alle wollten auf einmal den Impfstoff. Da hat halt die Pharmaindustrie ein wenig gezaubert und den wenigen Impfstoff, der in der kurzen Zeit produziert werden konnte, gestreckt. Mit Wirkverstärkern. Das Problem dabei war, daß diese Stoffe erstens noch nicht genau in Langzeitstudien geprüft wurden und zweitens, daß zur Vermeidung von Schwierigkeiten mit den Wirkverstärkern bestimmte Personen ohne sie geimpft wurden. Das ist nicht nur ein Ausdruck der Zwei-Klassen-Medizin, sondern vor allem die Demonstration, daß Wirkverstärker eben doch nicht sicher sind.

Erwachsene sollten im Abstand von etwa 10 Jahren ihren Impfstatus prüfen. Tetanus muß alle 10 Jahre neu geimpft werden. Auch Keuchhusten und andere Krankheiten müssen ab und zu nachgeimpft werden. Ein Impfausweis hilft sehr, die entsprechenden Zeiträume einzuhalten. Personen ab 60 Jahre erhalten, wenn sie es möchten, eine Impfung gegen Lungenentzündung.

Zu erwähnen sind noch Reise- und FSME Impfungen. In zeckengefährdeten Gebieten ist die letztere sehr zu empfehlen. Vor Reisen sollte man sich rechtzeitig um den für das Reiseziel nötigen Impfschutz kümmern.