Kosmetik und Hautschutz

Kosmetik und Hautschutz

Mangels eines Fells bietet der Mensch seine Haut ungeschützt dem Wetter und anderen Menschen dar. Schönheitspflege ist daher so alt wie die Menschheit. Schon zu Urzeiten bemühten sich die Menschen, ihre Körperoberfläche zu glätten, unschöne Stellen zu maskieren oder sich anzumalen. Gesundheitliche Aspekte spielen hier auch mit rein. Eine glatte, geschmeidige Haut gibt Krankheiten weniger Angriffsfläche. Und wo kein Pickel ist, kann sich dieser auch nicht entzünden. Kosmetik halt also sowohl präventiven als auch dekorativen Charakter.

Hautschutz inklusive

Kosmetische Produkte bestanden zu Zeiten der alten Pharaonen, der Griechen oder Chinesen zwangsläufig aus natürlichen Bestandteilen. Düfte aus ätherischen Ölen, Suspensionen aus Ölen und Wasser mit Fetten, Farbstoffe aus Muscheln und Pflanzen wurden zu wohlriechenden Salben und Wässern, zu färbenden Cremes verarbeitet. Henna und Purpur seinen als Beispiele genannt. Auch einige aus heutiger Erfahrung wenig gesundheitlich förderliche Substanzen wie Bleiglanz oder Arsen wurden Jahrhunderte lang verwendet.

Mit der Entwicklung der chemischen Industrie und der damit möglichen Erkenntnisse über die Bestandteile der natürlichen Kosmetika wurden immer mehr Substanzen aus der Natur durch künstlich hergestellte Produkte substituiert. Sie waren besser zu bekommen, vor allem jederzeit und unabhängig von den Zyklen der Natur. Synthetische Produkte haben immer die gleiche Qualität, sie sind standardisiert, was bei natürlichen Produkten nur schwer realisierbar ist. Den künstlichen Stoffen kann man weitere chemische Erzeugnisse beimengen, um deren Eigenschaften zu beeinflussen. Emulgatoren, Stabilisatoren, Konservierungsstoffe usw. erlauben es, die Anwendungsbreite chemischer Kosmetika gegenüber ihrer natürlich hergestellten Konkurrenz wesentlich zu erhöhen. Sie halten länger, kosmetische Wirkung und Stabilität können besser garantiert werden. Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere ist, daß ständig neue Zusatzstoffe eingesetzt werden, für die es keine Erfahrungen in der Langzeitanwendung gibt, die der eine Mensch verträgt, der andere nicht. Kein Mensch, kein Forschungslabor kann die mannigfaltigen Kombinationen und gegenseitigen Beeinflussungen all dieser chemischen Stoffe und ihre Wirkung auf Mensch und Umwelt kennen. So wird damit Hasard gespielt und bei ungünstiger Wirkung der Anwender allein gelassen. Die Allergiker können ein Lied davon singen.

Kosmetik: Frauen- und Männersache

Foto: Valua Vitaly	 (Fotolia.com)

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Die Industrie verrät im Allgemeinen auch nicht die genauen Bestandteile der kosmetischen Produkte. So weiß der Allergiker oft nicht, was genau er meiden muß. Ihm bleibt nur die Anwendung von Kosmetika auf natürlicher Basis. Diese sind selbstredend teurer. Die Grundsubstanzen natürlicher Duftstoffe und Cremes werden meist in den Entwicklungsländern in großem Umfang angebaut und vorverarbeitet. Zum Beispiel werden in Ägypten für fast alle der teuren Wässerchen die Ausgangsstoffe aus natürlichen Bestandteilen gefertigt.

Kosmetik ist heute nicht mehr nur eine Domäne der Frauen. Männer finden immer mehr Gefallen am Retuschieren, Korrigieren oder Gestalten. Sie ziehen die Augenbrauen nach, verwenden Cremes und Lotionen für Gesicht und Hände, legen einen exklusiven Duft auf. Leider verliert die klassische Kosmetik immer mehr gegen den neuen Trend von Piercing und Tattoo. Piercing und Tattoo sind auch als Kosmetik anzusehen, denn sie sind Körperschmuck. Mehr oder weniger jedenfalls. Wie in früheren Zeiten auch, wo manche Kosmetik gelegentlich lebensgefährlich war, ist das Piercing heute mit Gefahren verbunden. Unsauber ausgeführt, kann sich die Stelle entzünden und so zu einer ständigen Quelle von Beschwerden werden.