In den kalten Monaten: Routine ist wichtig

In den kalten Monaten: Routine ist wichtig

Struktur im Leben ist eine wesentliche Stütze in allen Situationen. Immer gleiche Abläufe, Regeln, an die man sich bewußt oder unbewußt hält, geben Sicherheit im Leben. Manch ein Charakter meint sicherlich, er brauche mehr die Action statt der Einförmigkeit. Aber spätestens beim morgendlichen Zähneputzen läuft eine unbewußte Routine ab. Diese Art von Routine ermöglicht uns, regelmäßige Abläufe unbewußt und frei von bemerkbarer Gedankenarbeit durchzuführen. Wie ein routinierter Autofahrer, der gar nicht bemerkt, wenn er die Kupplung betätigt. Dadurch tragen Routine und Rituale zum Wohlbefinden bei.

Ein bisschen Beständigkeit

Besonders Kinder benötigen Regelmäßigkeiten und Rituale zur Bewältigung des Alltages. Sie geben ihnen Verläßlichkeit und Halt. Sie können oft noch nicht bestimmte Abläufe überschauen, müssen eines nach dem anderen machen, um ein Ergebnis zu erzielen. Im Laufe ihrer Reifung werden sie dann diese Rituale ihren Lebensbedürfnissen anpassen. Auch die Jugendlichen und Erwachsenen erhalten Energie aus den Regeln, die sie für sich selbst erarbeitet haben. Bestimmte Gewohnheiten müssen keineswegs immerfort ausdiskutiert werden. Diese Konstanten sind wesentlich, um unser Daheim zu einer Wohlfühloase zu machen.

Auch die ältere Generation benötigt ihre Routinen. Wenn die Orientierung im Alltag schwierig wird, benötigt man eben einen geregelten Ablauf, auf den man sich in jeder Situation stützen kann. Eingeübte Geschehen werden schon wie im Schlaf erledigt. Das gibt Halt im Leben. Zweckmäßiger Weise morgens damit anfangen und gemeinsam essen, auch körperliche Tätigkeit einplanen. So wird der ganze Tagesablauf im wahrsten Sinne geregelt, in Regeln gefaßt. Diese Art von Routine führt zu Wohlbefinden und körperlicher Sicherheit, denn die Abläufe des Tages bedürfen keiner immerwährenden Überprüfung.

Nur nicht langweilig werden

Foto: Vadim Andrushchenko	 (Fotolia.com)

Foto: Vadim Andrushchenko (Fotolia.com)

Dennoch müssen einmal eingeübte Gewohnheiten ab und an überprüft und ggf. revidiert werden. Besonders wird dies beim Autofahren bemerkbar. Jeden Tag immer die gleiche Strecke fahren, dieselben Baustellen, keine Abwechslung, alles Routine eben. Und gerade heute ist eine Strecke gesperrt, kommt ein noch unbekanntes Schlagloch, ein neues Verkehrsschild. Diese Routine kann gefährlich werden. Ein weiteres Problem kann im Bereich zwischenmenschlicher Beziehungen entstehen. Jeden Tag kam man mit einer Kollegin gut zurecht, man hat sie mit Humor und Nonchalance begrüßt. Plötzlich kommt diese Art der Kommunikation sehr schlecht an, weil sie gerade mal einen schlechten Tag hat. Sie versteht die Späßchen miß und schon ist zumindest dieser Tag gelaufen. Oder wenn man dem Onkel, routinemäßig wie immer, zuprostet, wenn er gerade trocken ist. Man kann nur hoffen, daß so ein Mißverständnis, ob im Kreis der Kollegen oder der Familie, nicht dauerhaft nachwirkt.

Routine ist im Arbeitsablauf ein wichtiger Produktivfaktor. Man stelle sich nur mal vor, man müßte jedes Mal die Bedienungsanleitung des Kopierers lesen, wenn man ihn benutzt. Wer allerdings mit Menschen arbeitet, im Kundendienst, als Verkäufer oder im Callcenter, dem schadet die Routine fast immer. Menschen merken genau wenn sie angesprochen werden, ob der Mitarbeiter wirklich voll und ganz bei der Sache ist und ihre Belange erfassen möchte, oder ob seine dienstlichen Fragen aus dem Schulungsproramm auswendig gelernt wurden. Ein so auftretender Vertreter wird keine Abschlüsse machen. Bei solchen Berufen muß sehr genau zwischen der Routine im Bearbeiten von immer gleichen Abläufen und der Routine im Umgang mit den Menschen unterschieden werden.